Wie geht es weiter mit den Bädern?

Die Bäder der Stadt werden künftig von einer stadteigenen Bäder GmbH unter dem Dach der städtischen Holding für Versorgung und Verkehr, dem Mutterkonzern von Stadtwerken und Bogestra, betrieben. Wir haben dieser Lösung zugestimmt, weil sie eine Möglichkeit bietet, die Bäder viel schneller zu sanieren und attraktiver zu machen, als das die Stadt selbst könnte. In einem Zukunftskonzept soll der Weg dorthin aufgezeigt werden. Gleichzeitig haben wir uns gegen den Antrag der CDU gestellt, jetzt schon den Neubau des wegen technischer Mängel geschlossenen Höntroper Hallenbades zu beschließen, bevor eine Kakulation der Optionen vorliegt. Beschlossen wurde der Änderungsantrag der Koalition. SPD und Grüne streben den Erhalt der Bäderstandorte an. Geprüft werden soll, ob ein Hallenbad in Wattenscheid besser in Höntrop oder in der Südfeldmark aufgehoben ist.

Unsere Position hat im Rat unsere sportpolitische Sprecherin Züleyha Demir vertreten:

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, liebe Kolleginnen und Kollegen,

In Bochum haben wir im Vergleich mit anderen Städten im Bundesgebiet viele Bäder. Das ist gut so und deshalb streben wir auch den Erhalt aller Standorte an. Die Wasserflächen sind allerdings weniger gut ausgenutzt als anderswo. Das liegt an der Organisation der Nutzung aber auch an der mangelnden Attraktivität, weil uns das Geld für die Sanierung und im laufenden Betrieb fehlt.

Um wirklich attraktive Bäder zu bekommen und gleichzeitig die notwendige Haushaltskonsolidierung zu erreichen, sind zwei Schritte nötig: Die Überleitung der Bäder in eine neue Gesellschaft ist der erste Schritt. Die neue Bäder GmbH hat im Gegensatz zur Stadt die Möglichkeit, die erforderlichen Investitionen für die Sanierung in einem überschaubaren Zeitrahmen umzusetzen.

Der zweite Schritt ist ein Bäderkonzept, das bis 2020 vorgelegt werden soll. Erste konzeptionelle Überlegungen wurden ja 2015 im Rahmen der Arbeitsgruppe Bäderbedarfsplanung angestellt. Leider ohne praktische Konsequenzen. Aus dem dort vorgestellten Bädergutachten wissen wir, dass es eine Menge Chancen bieten würde, zwei sanierungsbedürftiger Bäder zu schließen und ein neues Bad zu errichten. Die übrigen Bäder könnten sich durch die eingesparten Betriebs- und Energiekosten auch besser profilieren und attraktiver werden. Manchmal ist eben weniger mehr. Für die Freizeitschwimmer, den Vereinssport und das Schulschwimmen wäre immer noch genug Platz, wenn man gleichzeitig die Nutzungszeiten besser aufeinander abstimmen würde.

Im Sportausschuss gab es seit der technisch bedingten Schließung mehrere umfangreiche Anfragen zum Höntroper Bad: von der SPD in der Februarsitzung und von uns Grünen in der April-Sitzung.

In der Niederschrift zur Februar-Sitzung heißt es zudem: „Die Ausschussmitglieder bitten um Unterrichtung über mögliche Konzeptionen zum weiteren Umgang mit dem Hallenfreibad Höntrop – auch unter Berücksichtigung der Vorgaben des HSK.“

Bisher gab es zu diesen Fragen keinerlei Mitteilung. Deshalb ist für uns Grüne die fachliche Diskussion um dieses Bad noch offen.

Was machen wir nun mit dem Höntroper Hallenbad? Bedauerlicherweise gab es dazu bereits vor jeder fachlichen Diskussion möglicher Alternativen schon Festlegungen von interessierten Kreisen. Mit Blick auf die beiden Wahltermine in diesem Jahr wundert mich das zwar nicht. Dazu bin ich zu lange hier im Rat. Als Fachpolitikerin, die an einer vernünftigen Lösung für die gesamte Stadt interessiert ist, ärgert es mich dennoch maßlos, wenn interessierte Personen von außen eine Festlegung erzwingen wollen, deren Auswirkungen sie gar nicht selbst betreffen.

Enttäuscht bin ich aber auch von der CDU-Fraktion, die dieses Spiel auf Ratsebene nun offenbar mitspielt. Der Vorsitzende des Sportausschusses schien lange Zeit für eine ergebnisoffene Diskussion zu haben. Jetzt hat man sich in Ihrer Fraktion, Herr Horneck, für ein Ergebnis ohne Diskussion entschieden. Das ist taktisch nicht unklug, aber fachpolitisch unseriös. Deshalb lehnen wir Ihren Änderungsantrag ab.

Wir sind der Meinung, dass für eine seriöse Entscheidung vorab die Alternativen geprüft werden sollten. Wir haben dazu schon eine Anfrage gestellt und präzisieren diese jetzt mit einem konkreten Prüfauftrag.

Dazu bitten wir um Ihre Zustimmung.