Kein Kieselrot mehr in Bochum

Bis 1969 wurden Schlacken aus einer Kupferhütte im sauerländischen Marsberg verbaut, hauptsächlich auf Sportplätzen. Erst 1991 wurde entdeckt, dass dieses sogenannte Kieselrot mit Dioxin belastet ist. Auch in Bochum waren zahlreiche Flächen betroffen.

Die Bochumer Grünen setzten sich schon 1991 für eine zügige Sanierung der Sportplätze und sonstigen Flächen ein. Wegen der hohen Kosten forderten sie gleichzeitig die Landesregierung auf, die Sanierung zu bezuschussen. Das aber wurde vom damaligen Landesumweltminister Mathiesen (SPD) kategorisch abgelehnt. Erst unter der grünen Umweltministerin Bärbel Höhn stellte das Land dann Fördermittel bereit. Die Stadt hatte es aber nicht eilig mit der Sanierung. So ließ sie 1998 schon bewilligte Landeszuschüsse von 2 Mio DM verfallen, weil angeblich der Eigenanteil von 500.000 DM nicht aufgebracht werden konnte.

Nachdem 1999 die erste rot-grüne Koalition in Bochum gebildet worden war, wurde die Sanierung dann in Angriff genommen. Aber 2004 war erst die Hälfte der kontaminierten Sportplätze saniert. Erst 2007 war es allgemeiner Konsens, dass die Kieselrotbeseitigung auf städtischen Sportplätzen eine Maßnahme des Umwelt- und Gesundheitsschutzes ist, die unabhängig von Modernisierungserfordernissen an einzelnen Sportstätten erfolgen muss. Die Sanierung ging dann zügig weiter. Die Sanierung des letzten Bochumer Kieselrot-Sportplatzes fiel dann – von der Politik zunächst unbemerkt – dem Nothaushalt zum Opfer.  Inzwischen ist auch die Sanierung des Sportplatzes Erbstollen beschlossen.

Sebastian Pewny, umweltpolitischer Sprecher der grünen Ratsfraktion, fragte im November an, ob es noch weitere mit Kieselrot belastete Flächen in Bochum gebe. Zum Umweltausschuss am 5. Februar kommt jetzt die Antwort der Verwaltung: „Neben den mit Kieselrot verunreinigten Sportanlagen gab es nur eine Fläche (Freilichtbühne Wattenscheid), bei der Belastungen festgestellt wurden.. Die Freilichtbühne wurde im Rahmen einer Instandsetzung 1995 saniert. Somit kann das Kapitel Kieselrot mit der erfolgten Sanierung der Sportanlage Erbstollen nun endgültig abgeschlossen werden.“

Sebastian Pewny kommentiert: „Wenn es nur nach uns Grünen gegangen wäre, wären die Sportplätze viel schneller saniert worden. Trotzdem bin ich froh, dass die Beseitigung des gesundheitsgefährdenden Kieselrot jetzt endgültig abgeschlossen werden kann. Das ist nicht zuletzt der grünen Ratsfraktion zu verdanken, die seit über zwanzig Jahren immer wieder nachgehakt und das Thema auf die Tagesordnung gebracht hat.“