Mobilitätsausschuss diskutiert Lärmaktionsplan

Die Lärmkartierung in Bochum ist abgeschlossen, die Lärmschwerpunkte sind identifiziert. Jetzt geht es darum, die Lärmbelästigung für möglichst viele Bürgerinnen und Bürger mit konkreten Maßnahmen zu verringern. Dazu wurde dem Mobilitätsausschuss am 22. September der detaillierte Lärmaktionsplan vorgelegt. Im Zentrum steht dabei der Straßenlärm.

Sebastian Pewny, verkehrspolitischer Sprecher der grünen Ratsfraktion, begrüßt den detaillierten Lärmaktionsplan: „Jetzt wird mit der Bekämpfung des nicht nur lästigen, sondern auch gesundheitsgefährdenden Umgebungslärms Ernst gemacht. Die wichtigsten Instrumente sind dabei:
Tempo 30 auf besonders betroffenen Straßenabschnitten
Lärmmindernder Asphalt
Veränderung des Straßenquerschnitts zugunsten von Radfahrstreifen
Lärmschutzfenster da, wo der Lärm nicht an der Quelle verringert werden kann

Nachdem der Umweltausschuss dem detaillierten Lärmaktionsplan einstimmig und der Mobilitätsausschuss mit überwältigender Mehrheit zugestimmt hat, ist der endgültige Beschluss in der Ratssitzung am 1. Oktober nur noch Formsache.“

Kritisch äußert sich Pewny zu einem Änderungsantrag der Linken: „Ich kann überhaupt nicht verstehen, weshalb die Linke lärmmindernden Asphalt ablehnt. Der an der Ruhruniversität entwickelte lärmoptimierte Asphalt, der in Bochum verwendet wird, kann den vom menschlichen Ohr wahrgenommenen Lärm um die Hälfte reduzieren. Das ist kein frommer Wunsch, sondern durch Vorher-Nachher-Messungen in Bochum eindeutig nachgewiesen. Aus Düsseldorf liegen inzwischen auch positive Langzeiterfahrungen vor. Außerdem ist lärmmindernder Asphalt heute nur noch minimal teurer als herkömmlicher.“
Viel Bochumerinnen und Bochumer leiden auch unter Schienenlärm. Dazu Pewny: „Erfreulicherweise hat die Deutsche Bahn in Bochum in letzter Zeit einige Lärmschutzwände gebaut. Besonders im Güterverkehr wäre aber eine Bekämpfung des Lärms an der Quelle sinnvoll. Eine flächendeckende Ersetzung der lärmenden Graugussbremsen bei Güterwaggons könnte sehr schnell den Schienenlärm drastisch reduzieren. Darauf hat die Stadt aber leider keinen Einfluss.“