Wohnungsbau sozial und ökologisch gestalten

Martina Foltys-Banning, die Planungsexpertin der Grünen im Rat, weist die Kritik der CDU an der rot-grünen Wohnungspolitik zurück: „Die CDU hängt immer noch am längst überkommenen Leitbild der Einfamilienhäuser in den Varianten Einzel-, Doppel- und Reihenhaus. Natürlich soll und wird es auch solche Angebote geben. Doch nicht jeder Lebenstraum besteht aus der Vater-, Mutter-, Kind-Familie und dem Häuschen hinterm Jägerzaun.“

Gefragt seien engagierte Investoren, die maßgeschneiderte und qualitätsvolle architektonische Konzepte zur Bebauung städtischer Flächen mitbringen. Die Umgestaltung des alten Stadtarchivs in der Kronenstraße ist aus Sicht der Grünen beispielhaft, weil hier ganz unterschiedliche Bedarfe gedeckt werden: Wohnen für mehrere Generationen, für Alleinstehende ebenso wie für Familien, sowohl preisgünstig als auch höherwertig.

Foltys-Banning rechtfertigt die 30%-Quote für sozialen Wohnungsbau auf städtischen Flächen mit dem großen Bedarf und neuen Anreizen für Investoren: Die Landesregierung hat am 28. Juni die Fördermittel für 2016 und 2017 von 800 Millionen Euro auf 1,1 Milliarden Euro erhöht. Wir haben in Bochum nur noch rund 14.000 Sozialwohnungen und dies in einer Situation, in der die Hälfte aller Haushalte eine Berechtigung hätte eine solche Wohnung zu beziehen.

„Die Vorstellungen der Bochumer CDU sind aber auch ökologisch von vorgestern und zudem konträr zu den Zielen der Bundesregierung. Die will den täglichen Flächenverbrauch in Deutschland von 74 Hektar auf 30 Hektar bis 2020 senken.“ gibt Foltys-Banning zu bedenken.

„Wir Grünen stehen für einen sehr sorgsamen Umgang mit dem knappen Gut der Freiflächen, gerade in einer Ruhrgebietsstadt wie Bochum. Wir sehen natürlich den Bedarf nach mehr Wohnraum. Der RVR bescheinigt der Stadt Bochum im ruhrFIS (Flächeninformationssystem Ruhr) noch über 100 Hektar Siedlungsflächenreserven. Für die Hälfte davon gibt es bereits Planungsrecht oder entsprechende Bebauungspläne sind in Aufstellung.
Zudem haben wir auch ausreichend Flächen für die Aufstellung des neuen Regionalplans benannt und zwar nach klaren Kriterien: Schutz der regionalen Grünzüge und der Frischluftschneisen.