Musikforum trotz Kostensteigerung ein Gewinn für die Stadt

Für die grüne Ratsfraktion zieht der Vorsitzende Manfred Preuß zur Eröffnung des Musikforums das Fazit: „Für 7,1 Mio. € städtische Eigenmittel haben wir jetzt eine hervorragende Proben- und Spielstätte für Symphoniker, Musikschule und freie Musikgruppen. Gleichzeitig ist das Musikforum eine Bildungsstätte für alle Bürgerinnen und Bürger. Der Bau ist architektonisch ebenso schlicht wie gelungen. Die Innenstadt wurde an dieser Stelle deutlich aufgewertet und die Marienkirche konnte saniert und für das Stadtbild erhalten werden. Bochum wird durch das Musikforum attraktiver. Dass der Kostenrahmen um 12% überschritten wurde, bedauern wir. Ohne das von uns durchgesetzte externe Controlling wären die Kosten noch höher ausgefallen.“

Zu der häufig gestellten Frage, warum mit dem Geld nicht Schulen oder Straßen gebaut werden, erklärt die Fraktionsvorsitzende Astrid Platzmann: „Zwischen 2010 und 2015 wurden Schulen in Bochum für rund 150 Mio. € neu- oder umgebaut bzw. saniert. In den Straßen- und Kanalbau floss ein Vielfaches davon. Wenn das Musikforum nicht gebaut worden wäre, hätten die 31,4 Mio. € Fördermittel und Spendengelder wegen ihrer Zweckbindung nicht für andere Dinge zur Verfügung gestanden. Trotzdem hätte ein neuer Probenraum für die BoSys gebaut werden müssen, der den Anforderungen der Akustik und des Arbeitsschutzes genügt. Das hätte mehrere Millionen gekostet.“

Zur Rolle der Grünen in der langen Vorgeschichte des Musikforums nimmt der stellvertretende Fraktionsvorsitzende und grüne Landesschatzmeister Wolfgang Rettich Stellung: „Es gab im Rat lange Zeit eine Mehrheit, die auch ohne Landesförderung bereit gewesen wäre, bis zu 30 Mio. € an städtischem Geld auszugeben. Das haben wir Grüne mit Blick auf die schwierige Haushaltssituation immer kritisiert. Es ging uns nie ums grundsätzliche Verhindern. In den vielen Diskussionen seit 1999 konnten wir uns mit der Forderung nach einer Begrenzung des städtischen Anteils durchsetzen. Durch die Deckelung wurde klargestellt, dass es ohne bürgerschaftliches Engagement nicht geht. Den vielen großen und kleinen Spendern, aber auch den Fördergebern auf Landes- und EU-Ebene müssen wir heute danken, dass sie den Bau schließlich ermöglicht haben.“

Die Grünen im Rat wünschen dem Musikforum viele Gäste und den Bürgerinnen und Bürgern viel Vergnügen. Karten für die BoSys gibt es übrigens ab 6 Euro.

 

Zum Hintergrund:

Bereits 2004 gab es auf Drängen der Grünen innerhalb der Koalition einen Ratsbeschluss, der den städtischen Eigenanteil auf 15 Mio. € begrenzte. Die Grünen im Rat haben ihre Zustimmung im weiteren Verlauf davon abhängig gemacht, dass die Finanzierung mit der Haushaltsgenehmigung langfristig in Einklang steht.

Als die Stadt 2009 in den Nothaushalt rutschte und die Kommunalaufsicht umfangreiche Sparauflagen erließ, wurde das Projekt von der rot-grünen Koalition gestoppt. Ende 2010 wurden mit der konzeptionellen Änderung von der reinen Symphoniker-Spielstätte zum offenen Musikzentrum EU-Fördermittel in Höhe von rund 6,5 Mio. zugesagt, welche die 14,3 Mio. € privaten Spenden und Stiftungsgelder ergänzten. Daneben hatte das Land NRW 9,5 Mio. € als Städtebauförderung für die Sanierung der Marienkirche bereitgestellt, für die die Stadt einen Eigenanteil von 2,4 Mio. leisten musste. Somit war der Weg 2011 frei für den Baubeschluss.

Die Gesamtkosten von 38,5 Mio. € sind heute um rund 12 % höher als 2012 geplant (33,2 Mio.). Der 2011 beschlossene städtische Eigenanteil von 2,4 Mio. € konnte am Ende nicht eingehalten werden. Aktuell liegt er bei 7,1 Mio. €.

Vor allem auf Betreiben der Grünen wurde ein externer Controller eingesetzt, dessen Berichte der Politik regelmäßig vorgelegt wurden. Mehrfach wurden Überschreitungen der Baukosten während der Planungs- und Bauphase durch Einsparungen an anderen Stellen wieder ausgeglichen. Im letzten Jahr konnten unvorhersehbare Kostenüberschreitungen von insgesamt 4,2 Mio. €, die vor allem durch Verzögerungen des ohnehin sehr engen Zeitplans aufgetreten waren, schließlich nicht mehr kompensiert werden.

Übersicht Baukosten:

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