Digitales Baumkataster bewährt sich

Ein städtisches Baumkataster gibt es natürlich schon seit Jahrzehnten, allerdings nur auf Papier. Im digitalen Zeitalter ist das vorsintflutlich. Die grüne Ratsfraktion hat sich deshalb schon lange dafür eingesetzt, dass im Haushalt Mittel für ein digitales Baumkataster eingestellt wurden. Das trug uns die Kritik ein, das Geld sollte lieber für Baumpflege und Nachpflanzungen eingesetzt werden.

Als die Verwaltung jetzt signalisierte, dass das digitale Baumkataster weitgehend fertiggestellt ist, wollte sich Oliver Buschmann, umweltpolitische Sprecher der Grünen im Rat, selbst ein Bild machen. An einem kalten Vormittag begab er sich deshalb zur Goerdtstraße 45, wo die MitarbeiterInnen des Technischen Betriebs untergebracht sind, die für Baumpflege und –kontrolle zuständig sind.

Von leitenden Mitarbeitern wurden zunächst noch einmal das Konzept des digitalen Katasters und die Arbeitsabläufe bei Baumkontrolle und –pflege erläutert. Dabei wurde auch klar, dass diese Abteilung des Technischen Betriebs personell keineswegs überbesetzt ist. Nach einem Blick auf ein Blatt aus dem alten Papierkataster wurde dann zum Vergleich das digitale Kataster vorgeführt. Oliver Buschmann fand das Ergebnis überzeugend: „Alle relevanten Daten zu den Bäumen – Standort, Art, Alter, Stammumfang, Zustand usw. – sind übersichtlich zusammengefasst. Der große Vorteil des digitalen Katasters ist aber, dass man die vorhandenen Daten nach verschiedenen Kriterien filtern kann. So kann man z.B. Listen aller kranken Bäume in einer Straße oder aller Eschen in einem bestimmten Gebiet erstellen. Das wäre mit dem analogen Kataster nur mit einem riesigen personellen Einsatz möglich.“ Mit einigen Stichproben konnte sich Buschmann von der Vollständigkeit des Katasters überzeugen: „Alle Bäume – egal ob sie noch stehen, bei einem Unfall umgefahren oder regulär gefällt wurden – wurden gefunden.“

Danach ging es raus in die Nähe des Stadtparks, wo einer der Baumkontrolleure gerade arbeitete. Mit einem kleinen Handheld – demnächst wohl auch mit dem Smartphone oder Tablet –  kann er direkt auf das Kataster zugreifen und auch Eingaben machen. Buschmann war beeindruckt, wie gut der Baumkontrolleur auch im unbelaubten Zustand Schwachstellen an den Bäumen erkennen konnte, die dem Laien gar nicht aufgefallen wären.

Oliver Buschmann zieht das Fazit: „Die Investition in das digitale Baumkataster hat sich gelohnt. Die vorhandenen Daten können damit sehr viel besser analysiert und gepflegt werden. Die Dokumentation der Baumkontrollen wird deutlich erleichtert. Auch die Verknüpfung des Katasters mit der Auftragsvergabe für Pflegemaßnahmen gestaltet die Arbeit des Technischen Betriebs rationeller. Der kleine Einblick in den Alltag hat mir außerdem gezeigt, dass die Baumkontrolleure fachlich auf einem hohen Niveau arbeiten.“

Ein kleiner Schönheitsfehler bleibt noch: Bisher sind alle rund 37 000 Straßenbäume im Kataster erfasst. Die zahlreichen städtischen Bäume in Parks und Grünanlagen müssen noch in das System eingepflegt werden.