Designer Outlet in Duisburg auch schlecht für Bochum

Mit großem Unverständnis reagieren die Bochumer Grünen auf den Grundsatzbeschluss der Duisburger Fraktionen von SPD und CDU für ein Designer Outlet. Auf dem ehemaligen Güterbahnhofgelände südlich des Hauptbahnhofes plant die Stadt Duisburg ein Designer-Outlet-Center (DOC) mit 30.000 m² Verkaufsfläche und bis zu 175 Geschäften.

Weil das Vorhaben auch Konsequenzen für Bochum haben wird, stand das Duisburger Projekt nun auch auf der Tagesordnung von Planungs- und Strukturausschuss in Bochum.

„Die Duisburger Grünen haben das Vorhaben konsequent abgelehnt und wir teilen ihre Bedenken zu 100 Prozent“, stellt die planungspolitische Sprecherin der Bochumer Grünen im Rat, Martina Foltys-Banning, klar. „Die Stadt Duisburg wird nichts vom Designer-Outlet-Center haben. Im Gegenteil: die Duisburger Innenstadt wird die Verliererin sein, denn sie wird nicht gegen das Angebot ankommen. Der Standort für das geplante DOC auf dem alten Güterbahnhof ist viel zu isoliert. Synergien sind da nicht zu erwarten.“ Doch nicht nur für Duisburg ist das Vorhaben vollkommen falsch. „Wir rechnen mit Auswirkungen auf die ganze Region. Aufgrund der guten Verkehrsanbindung und der großen Verkaufsfläche würde dieses DOC weit hinaus in der Metropole Ruhr spürbar negative Konsequenzen nach sich ziehen“.

Noch hat der Duisburger Rat nur einen Grundsatzbeschluss gefasst. Um ihn umzusetzen, sind noch viele formale und informelle Planungen zu ändern. Abstimmungen auf der Landes- und Regionalebene sind erforderlich. Auch die Stadt Bochum wird eine Stellungnahme abgeben.

„Einzelhandel dieser Größenordnung müssen wir regional steuern, denn gerade im Ruhrgebiet sind die Verflechtungen eng“, erläutert Foltys-Banning, die auch Mitglied des Planungsausschusses beim Regionalverband Ruhr in Essen ist. „So eine monostrukturierte Planung ist einfach nicht mehr zeitgemäß. Zumal heute niemand zu prognostizieren vermag, wie sich das Kaufverhalten langfristig entwickeln wird.“