Baumschutz auf aktuellem Stand

In der Ratssitzung vom 30.03. haben SPD und GRÜNE eine in vielen Teilen aktualisierte Fassung der Bochumer Baumschutzsatzung auf den Weg gebracht.

„Zukünftig muss pro Meter Stammumfang bei einem gefällten Baum ein Baum nachgepflanzt werden. Damit wird der ökologische und klimatische Verlust, den eine Baumfällung immer darstellt, etwas besser abgefangen. Und bei zukünftigen Verstößen gegen die Baumschutzsatzung wird sich die Höhe der zu entrichtenden Geldbuße am ökologischen Wert der ohne Genehmigung gefällten Bäume und nicht mehr allein nur am Holzwert orientieren. Zusätzlich bleibt die Verpflichtung einer zu leistenden Ersatzpflanzung bestehen“, erklärt der umweltpolitische Sprecher der Grünen im Rat, Oliver Buschmann.

Die Satzung wurde außerdem am Klimawandel ausgerichtet, indem die meisten Nadelbaumarten außer besonders schutzwürdige Arten wie Lärche und Eibe herausgenommen wurden. Dadurch werden auch die Mitarbeiter des Grünflächenamtes entlastet.

Weitere Anpassungen waren bei den Obstbäumen notwendig, weil, so Ratsmitglied Oliver Buschmann, „die Formulierung hier in der Vergangenheit oft für Missverständnisse sorgte. Jetzt ist klar: Bäume, die dem gewerblichen Anbau von Obst dienen oder bei denen die Ernte von Obst im Vordergrund steht, fallen nicht unter die Baumschutzsatzung und können jederzeit gefällt werden. Dazu gehören z.B. Spalier- und Säulenobst. Diese können auch nicht für eine Ersatzpflanzung herangezogen werden.  Wild- und Zierformen von Obstgehölzen sowie Hochstammsorten von Walnuss, Birne, Quitte, Mispel und Esskastanie hingegen sind weiter Bestandteil der Baumschutzsatzung und insbesondere die robusten alten Sorten sollen zukünftig vermehrt gepflanzt werden, z.B. auch in den Bochumer Parks.“

Neben dem Baumschutz will die Koalition verstärkt Neupflanzungen in den verwaisten Baumscheiben vornehmen, um den durch Ela und Baumkrankheiten verursachten Verlust an Bäumen im öffentlichen Raum auszugleichen. Künftig sollen mehr Bäume gepflanzt als gefällt werden.