Gegen A40-Ausbau auf Bochumer Gebiet

Der Bundesverkehrswegeplan von Alexander Dobrindt (CSU) sieht den 6-spurigen Ausbau der A40 zwischen dem Bochumer Westkreuz bis nach Dortmund vor.  Derzeit gibt es zu dieser Thematik Anfragen und Anträge im Bochumer Verkehrsausschuss und in der Bezirksvertretung Bochum Mitte.
Die Bochumer Grünen positionieren sich gegen das Projekt:

Sebastian Pewny, verkehrspolitischer Sprecher der Grünen im Stadtrat erklärt: „Diese Maßnahme hat erhebliche negative Auswirkungen auf das Stadtklima. An einigen Engstellen (z.B. Grummer Deckel) droht der Abriss von Häusern und Quartieren. Die steigenden Emissionen wären schädlich für die Bochumer Luft, und der Eingriff in Natur und Landschaft ist nicht zu rechtfertigen. Besonders vielsagend ist, dass die Begründung für den A40-Ausbau schon für den  Ausbau der A448 angeführt wurde, der angeblich zu einer Entlastung der A40 führen sollte. Ein Ausbau der A40 wird aber nur für noch mehr Verkehr sorgen und keinerlei Beschleunigung bringen. In Anbetracht des RRX-Projektes und der Fertigstellung der A448 brauchen wir diesen Autobahnausbau nicht. Wir lehnen die Maßnahme daher entschieden ab. Die 220 Millionen Euro für dieses Projekt wären besser investiert, wenn die Bundesregierung den Kommunen bei der Straßensanierung und dem Erhalt des Bestandes unter die Arme greifen würde. Insbesondere unsere Brücken könnten mehr Engagement der Bundesregierung brauchen!“

Raphael Tamburro, Fraktionsvorsitzender der Grün-Offenen Bezirksfraktion ergänzt: „Wir rechnen bei diesem Projekt  mit erheblichen Widerstand aus der Bochumer Bevölkerung und von den Betroffenen. Wir haben daher gemeinsam mit den Piraten und der SPD in einem Antrag in der Bezirksvertretung frühestmögliche Bürgerbeteiligung gefordert, damit die Bürgerinnen und Bürger nicht erst aus der Zeitung, wenn alles schon viel zu spät ist, davon erfahren. Wir wollen, dass alle die Möglichkeit haben, von dem Projekt zu erfahren und ihre Meinung frühzeitig kund zu tun. Mobilität entwickelt sich derzeit rasend schnell. Wir werden in Zukunft keine sechsspurigen Autobahnen brauchen, sondern mehr Gleisanschlüsse, schnelle Züge, enge Taktung des ÖPNV und Radschnellwege. Mobilität der Zukunft findet nicht auf Autobahnen hinter dem eigenen Steuer statt.“

Bereits auf einem Parteitag im vergangenen Jahr stellten die Bochumer Grünen in einem Beschluss fest: „Der Bundesverkehrswegeplan von CSU-Maut-Minister Dobrindt ist ein verkehrspolitischer Ankerwurf in das letzte Jahrhundert, auch für Bochum. Das Auto steht immer noch im Mittelpunkt und innovative Ideen, wie es uns andere Staaten vormachen, und in vielen Ballungsräumen schon gelebt werden, sucht man vergebens.“