Stickoxide auch in Bochum weiter über dem Grenzwert

Wie aus einer aktuell durch das NRW-Umweltministerium veröffentlichten Studie bekannt wurde, sind die Grenzwerte für Stickoxide an vielen Messstationen auch in 2016 wieder überschritten worden. Während für Feinstaub die Schutzmaßnahmen wie Umweltzonen Wirkung zeigen und eine deutliche Abnahme erkennbar ist, ist die Situation bei Stickoxiden weiterhin dramatisch: An 60 von 127 Messstellen wird der EU-Grenzwert für die mittlere Jahresbelastung nicht eingehalten. Auch in Bochum wurden 2016 die Grenzwerte an der Herner Straße überschritten.

Von Stickoxiden gehen große Gesundheitsrisiken aus: Sie können Kopfschmerzen, Schwindel und sogar Atemnot auslösen. Nach Berechnungen der Europäischen Umweltagentur sind mehr als 10.000 vorzeitige Todesfälle in Deutschland auf Stickoxide zurückzuführen.

Dazu Oliver Buschmann, umweltpolitischer Sprecher der grünen Ratsfraktion: „An der einzigen Bochumer Messstelle an der Herner Straße wurde für 2016 ein jährlicher Mittelwert von 51 µg NO2 pro m3 Luft ermittelt. Das ist gut ein Viertel über dem gültigen Grenzwert von 40 µg/m3 . Nur an 8 der über 100 Messstellen in NRW wurde eine noch höhere Stickoxid-Belastung ermittelt. Es ist zu vermuten, dass der Grenzwert in Bochum auch an anderen Stellen überschritten wird. Wir Grüne fordern deshalb das Land auf, in Bochum wie in anderen Städten mehr Messstellen zu errichten. In Dortmund gibt es z.B. 5 Messstellen, in Essen sogar 9.“

Inzwischen wurde bekannt, dass selbst neue Euro 6-Diesel-Autos nicht nur von VW, sondern fast aller Hersteller die Grenzwerte zwar auf dem Teststand, nicht aber auf der Straße einhalten. Weil die Belastung in den Innenstädten nicht zurückgeht, fordern Gerichte nach Klagen der Deutschen Umwelthilfe inzwischen Fahrverbote für viele Stadtzentren.

„Wir Grüne wollen keine Fahrverbote, weil es ja nicht sein kann, dass Autofahrer das Tricksen und Betrügen der Autoindustrie und das Weggucken der Bundesregierung ausbaden sollen. Deshalb fordern wir  Autoindustrie und Bundesregierung auf, Dieselautos wie in den USA üblich so umzurüsten, dass die Grenzwerte eingehalten werden. Da die Industrie das Problem verursacht hat, muss sie natürlich auch für die Umrüstung aufkommen. Nur so lassen sich Fahrverbote vermeiden.“, so Ratsmitglied Buschmann weiter.

Hier die komplette Studie: LANUV-Bericht 2016 NOx Werte