Barbara Jessel

05_Jessel_Barbara Im Jahre 1955 in Bochum geboren und in Harpen aufgewachsen.

Im Rahmen meiner 14jährigen Tätigkeit im Orlando im Ehrenfeld war die Belebung nachbarschaftlicher Strukturen für mich eine Herzensangelegenheit.

Mit vielen anderen Menschen habe ich ein Netzwerk zur Stärkung und Revitalisierung des Viertels aufgebaut, das ViertelVor Ehrenfeld. Wir haben das Quartier attraktiv für kreative Menschen gemacht, die sich dann auch in vielen leerstehenden Ladenlokalen angesiedelt haben.

Ich möchte ein lebendiges, lebenswertes und grünes Ehrenfeld. Eine älter und bunter werdende Gesellschaft sowie die Folgen des Klimawandels stellen uns vor neue schwierige Aufgaben. Wir brauchen innovative Lösungen, die die Lebensqualität sichern und verbessern. Ich will keine Leuchtturmprojekte in die Welt setzen, sondern unsere Stadt ökologisch und sozial entwickeln.

Die Menschen mit ihren unterschiedlichen Lebensentwürfen, Zielen und Möglichkeiten müssen gefragt werden, wie sie im Stadtteil und im Quartier zukünftig leben möchten und dieses mitgestalten wollen. Initiativen, die dies in die Hand nehmen, brauchen Vernetzung und  kommunale Unterstützung. Menschen, die älter werden, sollen hier wohnen bleiben, solange sie wollen, in nachbarschaftlicher Solidarität in einem altersgerechten, bunten, lebendigen Quartier, mit bezahlbarem Wohnraum.

Dafür müssen wir weg von großen Einrichtungen und hin zu Quartiers- und stadtteilbezogenen Lösungen, die ein selbstbestimmtes Leben ermöglichen, sich am individuellen Hilfsbedarf orientieren und Versorgungssicherheit gewährleisten.

Quartier – das ist dort, wo sich die Menschen aufgehoben fühlen, Geborgenheit verspüren. Quartier – das ist fast immer die Nachbarschaft, der unmittelbare Lebensraum, der gerade im Alter, wenn die Lebenskreise kleiner werden, an Bedeutung gewinnt. Quartier – das sind die persönlichen Netzwerke, die zu mehr Lebensqualität für die Menschen beitragen.

Nicht nur im Ehrenfeld brauchen wir Zentren, in denen nachbarschaftliches Leben im Alter Raum findet und in denen gegenseitige Hilfe und Selbsthilfe fruchtbar werden können.

Altersgerechte Quartiere sind unauflösbarer Bestandteil einer kommunalen Quartiers-/Stadtentwicklung, die Herausforderungen des demographischen Wandels dürfen nicht kleinkariert als „Wohnungen für Alte schaffen“ begriffen werden. Wer dies tut, verkennt die Chancen, die sich aus diesen Herausforderungen für die gesamte Gesellschaft und die Art, wie wir miteinander gemeinsam leben wollen, ergeben.

Dafür möchte ich mich auf kommunaler Ebene einsetzen.